E-Mail-Newsletter als Text oder HTML versenden, was ist besser?

Vitali Lutz
Expertise für E-Mail-Marketing und Automatisierung
Aktualisiert am 09. Februar 2026
Alarm 4:27 Minuten Lesezeit

Wer Newsletter versenden möchte, stößt früher oder später auf die Frage, welches Format sich für den Inhalt eignet:

  1. Text
  2. HTML

Obwohl E-Mails ursprünglich für reinen Text ("Plain Text") gedacht waren, finden sich heute immer mehr HTML-E-Mails in elektronischen Posteingängen. Sie ähneln Webseiten und lassen sich direkt im E-Mail-Programm betrachten.

Zunächst lohnt sich ein Blick auf die Fakten: Wo liegen die Vor- und Nachteile von HTML-E-Mails, und wo punktet die Textvariante? Anschließend können Erfahrungswerte und weitere Faktoren in die Entscheidung einfließen.

Vorteile und Nachteile eines HTML-Newsletters

Keine Frage: HTML-E-Mails wirken modern und ansprechend. Ein Blick ins heutige E-Mail-Postfach zeigt, dass HTML-Mails inzwischen häufiger vertreten sind als reine Text-E-Mails. Der Eindruck entsteht, dass sich HTML als Standard etabliert hat.

Vorteile von HTML-E-Mails

HTML-E-Mails bringen eine Vielzahl attraktiver Vorteile mit sich:

  • Nahezu unbegrenzte Möglichkeiten bei Formatierung und Gestaltung – eine E-Mail kann wie eine Webseite aussehen.
  • Ein professioneller Gesamteindruck, der besonders beim Aufbau einer starken Marke mit hohem Wiedererkennungswert hilfreich ist.
  • Gezielte farbliche Hervorhebungen einzelner Elemente können die Conversion-Rate verbessern.
  • Viele E-Mail-Clients versuchen standardmäßig, E-Mails zuerst im HTML-Format darzustellen.
  • HTML ist eine ausgereifte und etablierte Auszeichnungssprache, die auch langfristig unterstützt wird.
  • Bilder oder sogar Videos lassen sich direkt einbinden und steigern die Wirkung der E-Mail.

Nachteile von HTML-E-Mails

Auch HTML-E-Mails haben ihre Schattenseiten:

  • Durch den HTML-Quellcode ist die Dateigröße deutlich größer als bei reinen Text-E-Mails.
  • Die Darstellung kann je nach Gerät oder E-Mail-Client variieren; Darstellungsfehler lassen sich kaum vollständig vermeiden.
  • HTML-E-Mails werden häufiger von Spam-Filtern blockiert als einfache Text-E-Mails.

Vorteile und Nachteile eines reinen Text-Newsletters

Auch reine Text-Newsletter bieten Vorteile. Gleichzeitig sollten die Nachteile bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden, um spätere Überraschungen zu vermeiden.

Vorteile von Text-E-Mails

Für Text-E-Mails sprechen unter anderem folgende Punkte:

  • Klein, kompakt und ressourcenschonend beim Laden der Inhalte.
  • Nahezu jeder E-Mail-Client stellt Text-E-Mails problemlos dar.
  • Der Fokus liegt vollständig auf dem Inhalt, ohne visuelle Ablenkungen.
  • In vielen Fällen bessere Zustellraten als bei HTML-E-Mails, belegt durch zahlreiche Statistiken.
  • Bei gutem Werbetext sind Text-E-Mails oft sehr überzeugende "Verkäufer".

Nachteile von Text-E-Mails

Demgegenüber stehen einige Einschränkungen:

  • Kaum Möglichkeiten zur Formatierung oder Hervorhebung wichtiger Inhalte.
  • Ob Links klickbar sind, hängt stark vom jeweiligen E-Mail-Client ab.
  • Der schlichte Look kann altmodisch wirken und beim Markenaufbau hinderlich sein.

Was ist besser: HTML- oder Text-E-Mails?

Ein Vergleich der Vor- und Nachteile zeigt, dass beide Formate ihre Berechtigung haben. Eine pauschale Aussage darüber, welches Format besser oder schlechter ist, lässt sich nicht treffen.

Entscheidend ist die Zielgruppe: Manche bevorzugen klassische Text-E-Mails, andere erwarten moderne HTML-Mails. In der Praxis greifen heute viele Newsletter-Versender zur HTML-Variante, da sie zeitgemäßer wirkt.

HTML-E-Mail Template
HTML-E-Mail Template

Während HTML-E-Mails nahezu grenzenlose Möglichkeiten bei Design und Formatierung bieten, liefern Text-E-Mails bewusst nur reinen Inhalt. Keine Farben, keine Bilder — schwarzer Text auf weißem Hintergrund. Gerade diese Einfachheit kann überzeugen.

Ein wesentlicher Nachteil von Text-E-Mails liegt bei den Links. Erfolgreiche E-Mail-Kampagnen leben davon, Leser über Links auf Webseiten zu führen, etwa um einen Kauf auszulösen.

Viele E-Mail-Programme erkennen URLs automatisch und machen sie klickbar. Andere tun dies nicht. In diesem Fall bleibt eine nicht klickbare Webadresse stehen.

Das ist schlecht für die Nutzererfahrung — und schlecht für den Umsatz.

HTML-E-Mails umgehen dieses Problem, da Links eindeutig definiert werden und vom E-Mail-Client klickbar dargestellt werden müssen.

Hinzu kommt: Das Web ist modern und visuell ansprechend. Viele Nutzer erwarten diese Modernität auch in E-Mails. Nicht ohne Grund wird der Großteil aller Newsletter heute im HTML-Format versendet.

Das Multi-Format: HTML und Text in einer E-Mail

Selbst bei Unsicherheit über das passende Format sollte ein Newsletter immer sowohl im HTML- als auch im Text-Format versendet werden. Diese Vorgehensweise schützt unter anderem vor rechtlichen Problemen.

Wird eine E-Mail ausschließlich im HTML-Format versendet und kann nicht korrekt dargestellt werden, entstehen zwei Risiken:

  1. Der Empfänger sieht eine leere oder unlesbare Nachricht.
  2. Es droht eine Abmahnung, da Pflichtangaben wie das Impressum fehlen könnten.

Besonders der zweite Punkt ist kritisch. Jede kommerzielle E-Mail muss ein vollständiges Impressum sowie einen Abmeldelink enthalten.

Deshalb ist für jeden Newsletter eine separate Textversion erforderlich, auch wenn der Versand primär im HTML-Format erfolgt.

Moderne Newsletter-Software ermöglicht es, HTML- und Textinhalt parallel zu pflegen. Diese Möglichkeit sollte konsequent genutzt werden.

Die "HTML-Text-E-Mail" — ein sinnvoller Mittelweg

Besonders effektiv sind E-Mails, die sich inhaltlich auf Text konzentrieren, dabei aber dezente HTML-Elemente nutzen. Grell gestaltete, blinkende E-Mails lenken häufig vom eigentlichen Inhalt ab.

E-Mails mit schwarzem Hintergrund und weißer Schrift gehören ebenfalls zu den eher ungeliebten Varianten.

Wer HTML-E-Mails einsetzt, sollte zumindest grundlegende Designprinzipien beachten oder auf eine nutzerfreundliche Gestaltung achten.

Eine einfache Alternative ist die sogenannte HTML-Text-E-Mail: optisch nah an einer klassischen Text-Mail, ergänzt um wenige HTML-Elemente wie Fett- oder Kursivschrift, Bilder und klickbare Links.

  • Wirkt wie eine Text-E-Mail, bietet aber bessere Lesbarkeit und Funktionalität
  • Erfordert keine Designkenntnisse, lediglich grundlegende HTML-Kenntnisse
  • Minimaler Aufbau reduziert Fehlerquellen

Solche E-Mails eignen sich besonders für Newsletter mit starkem Inhaltsfokus. Der Empfänger erhält viel Text, sinnvolle Hervorhebungen und funktionierende Links.

E-Mail-Beispiel in Text-Format
E-Mail-Beispiel in Text-Format

Anders verhält es sich bei Shop-Newslettern. Hier werden Produktbilder und visuelle Elemente erwartet.

E-Mail-Beispiel in HTML-Format
E-Mail-Beispiel in HTML-Format | Quelle: Alibaba.com Newsletter

Der Werbeeffekt eines solchen Newsletters lässt sich mit einer reinen Text-E-Mail kaum erreichen.

Es gibt kein richtig oder falsch

Ein Newsletter verfolgt im Kern eines von zwei Zielen:

  1. Inhalte vermitteln.
  2. Zu einer Handlung, etwa einem Klick, motivieren.

Für beide Ziele sind aufwendig gestaltete Newsletter nicht zwingend notwendig. Auch einfache E-Mails mit Text und Links können sehr effektiv sein.

Entscheidend ist die Botschaft. E-Mail war ursprünglich ein Kommunikationswerkzeug. Alles Weitere ist optional und kann die Wirkung sogar schmälern.

Am Ende zählt, was mit einer Newsletter-Kampagne erreicht werden soll und was in der jeweiligen Branche funktioniert.

Unklar? Dann hilft ein Splittest: Ein Teil der Empfänger erhält die Text-Version, der andere die HTML-Version. Das Format mit den meisten Öffnungen und Aktionen liefert die Antwort.

Statistiken täuschen nicht – Menschen manchmal schon.

Fazit

Ob Text- oder HTML-E-Mail die bessere Wahl ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. In manchen Branchen funktionieren klassische Text-E-Mails hervorragend, in anderen wirken sie deplatziert.

Shop-Betreiber sollten heute meist auf HTML-E-Mails setzen, da Produkte visuell präsentiert werden müssen.

Genauso wenig sinnvoll ist jedoch ein überladener Grafik-Newsletter, wenn die Zielgruppe schlichte Textinhalte erwartet.

Die Wahl des Formats hängt letztlich von Zielgruppe, Branche und Kommunikationsziel ab. Erfolgreiches Newsletter-Marketing bedeutet, den Empfängern genau das zu liefern, was sie erwarten – nicht das, was subjektiv für "am besten" gehalten wird.

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